Schüleraustausch und Gap Year: Tim erlebt in Bolivien Neuwahlen, Proteste und politische Unruhen

Gap Year in Bolivien: Tim erlebt in Bolivien politisch bewegt Zeiten - sein Fazit des Freiwilligendienstes

Gap Year mit Stipendium: Tim in Bolivien (Foto. BürgerStiftung Region Ahrensburg)

Tim aus Schleswig-Holstein verbringt ein Auslandsjahr im Freiwilligendienst mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg in Bolivien. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern kannst du hier lesen: www.schueleraustausch-portal.de/freiwilligendienst/

Gap Year in Bolivien: Die Wahlen in Bolivien

Am 20. Oktober 2019 fanden die Präsidentschaftswahlen in Bolivien statt. Nach der ersten Auszählung hätte es zwischen Evo Morales und Carlos Mesa eine Stichwahl geben müssen.

Evo Morales wurde 2005 zum ersten Indigenen Präsidenten Boliviens gewählt und hatte die besten Wahlergebnisse seit der letzten Militärregierung 1982. Es gab schon die ganze Zeit über Kritik an Morales. Zum Bespiel unterstütze ihn irgendwann nicht mehr die komplette indigene Bevölkerung, da er die Interessen der Kokabauern zu stark vertreten würde. 2014 konnte er wiedergewählt werden, weil es eine Verfassungsänderung gab und somit hatte er noch nicht die maximale Amtszeit ausgenutzt. Dieses Jahr gab es wieder dieses Problem. Doch das Verfassungsgericht beschloss, dass es möglich sei, weil es sonst gegen die amerikanische Menschenrechtskonvention verstoßen würde, da jedem Menschen die gleichen politischen Rechte zugesprochen werden.

Gap Year in Bolivien: Proteste nach den Wahlen in Bolivien

Bei der Berichterstattung über die Wahl gab es eine 24stündige Unterbrechung, nachdem eine Stichwahl wahrscheinlich war. Als die Berichterstattung weiter ging, lag Morales weit genug vorne, um Präsident zu werden. Daraufhin gab es viele Straßenblockaden und Proteste überall in Bolivien. Das hieß für mich, dass ich erstmal nicht zur Arbeit oder zum Fechten kommen konnte.

Morales hatte sich später zum Präsidenten erklärt und wurde nach der kompletten Auszählung vom obersten Wahlgericht zum Präsidenten erklärt. Zuerst hier in Cochabamba, später auch in anderen Städten schlossen sich die Polizisten den Morales-Gegnern an. Am 10. November veröffentlichte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) einen Bericht über die Wahlprüfung. Es wurde empfohlen, wegen schweren Unregelmäßigkeiten die Wahl zu wiederholen. Daraufhin ist Moral zurückgetreten und hat später politisches Asyl von Mexiko erhalten.

Gap Year in Bolivien: Übergangsregierung in Bolivien

Jeanine Áñez ließ sich vom Parlament zur Übergangspräsidentin erklären. Aber die Partei von Evo Morales hatte nicht teilgenommen an der Wahl, womit das Parlament nicht beschlussfähig wäre. Jedoch hat das Verfassungsgericht die Wahl als rechtmäßig erklärt. Die Übergangspräsidentin muss innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen organisieren. Und am 14. November verabschiedete sie ein Dekret, das den Einsatz des Militärs gegen Proteste befiehlt und Sicherheitskräfte vor der Justiz schützt.

Am 18. November war es in der Gegend, in der ich wohne und auch da, wo ich arbeite, wieder ruhig und es gab keine Straßenblockaden mehr, sodass ich wieder arbeiten konnte, aber bald habe ich erstmal zweiMonate Sommerferien. In Cochabamba gibt es im Süden und Osten noch Straßenblockaden und Unruhen. Seitdem es keine oder kaum Polizei gibt, sind randalierende Gruppen unterwegs, was vor allem momentan in La Paz problematisch ist. Dort ist es momentan noch ziemlich gefährlich und die Lebensmittelversorgung ist problematisch. So gibt es zum Beispiel kein Fleisch. Hier in Cochabamba gibt es mehrere Hähnchenfarmen, somit gibt es hier Fleisch, aber wir essen so gut wie nur Hähnchen. Mit jedem Tag wird es hier normaler. Ich bin gespannt, wie es bei den nächsten Wahlen aussehen wird.

Gap Year in Bolivien: Mein Fazit nach drei Monaten

Ich bin trotzdem ziemlich zufrieden mit meinen ersten Monaten hier. Inzwischen ist mein Spanisch schon eindeutig besser und ich fühle mich auch hier zuhause.

Euer Tim

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