Schüleraustausch und Corona: Wie viele junge Leute gehen 2020/21 ins Ausland - und die Chancen für 2021/22

Durch die Corona-Pandemie sind aktuell viele Schüleraustausche eingeschränkt. Die Chancen für 2020/21 und die Perspektiven für 2021/22

Schüleraustausch in Irland

Das Auslandsjahr während der Schulzeit, der Schüleraustausch, ist bei jungen Leuten begehrt. In normalen Jahren gehen zwischen 15.000 und 20.000 Schüler aus Deutschland in ein anderes Land. Insgesamt stehen den jungen Leuten rund 50 Länder weltweit offen. Die meisten Schüler zieht es in englischsprachige Länder.

Mit Corona ist alles anders: Ein Teil der begehrten Länder hat die Grenzen für Schüler und Studenten geschlossen. Im Sommer war lange Zeit unklar, ob ein Schüleraustausch in das Zielland Nummer 1, die USA, möglich sein wird. Seit Ende Juli vergibt die US-Regierung wieder VISA. Wegen der Ungewissheit haben viele Familien die Pläne für den Schüleraustausch zurückgestellt bzw. verändert. Wie ist die aktuelle Situation, wie sind die Erwartungen für das weitere Schuljahr 2020/21 und was sind die Konsequenzen für den Schüleraustausch im Schuljahr 2021/22?

Schüleraustausch und Corona: Der Sachstand zum Schuljahr 2020/21

Ein großer Anteil der Schüleraustausche dauert ein volles Schuljahr. Dies bedeutet, dass die jungen Leute normalerweise spätestens im September 2020 ins Ausland reisen. Wie ist der aktuelle Stand?

Für viele Länder fällt das Schüleraustausch-Jahr 2020/21 weitgehend aus. Das betrifft insbesondere Süd- und Mittelamerika, aber auch Ozeanien: Australien und Neuseeland haben ihre Grenzen bis auf Weiteres geschlossen; ob sich das zum Jahreswechsel 2020/21 ändert, hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

Unter den englischsprachigen Ländern haben die USA Ende Juli die Grenzen wieder geöffnet. Daher ist das Bild hier unübersichtlich: Ein Teil der Austauschorganisationen hat ihr USA-Programm für 2020/21 vollständig ausgesetzt. Ein anderer Teil der Anbieter hat die Schüler, soweit das machbar war, in die USA gebracht, so dass diese Schüler ihr Auslandsjahr mehr oder weniger „normal“ absolvieren können. Teilweise haben die organisatorischen Hürden der Corona-Zeit dazu geführt, dass Auslandsaufenthalte in den USA abgesagt werden mussten: Schließlich wird ja nicht nur ein Visum benötigt, sondern auch sichere Transportwege, High Schools und Gastfamilien in den USA. Schließlich hat ein guter Anteil der Schüler ihre Buchung für 2020/21 zurückgezogen oder auf das nächste Schuljahr verschoben. Im Ergebnis werden weniger als die Hälfte der üblichen Anzahl an Schülern dieses Jahr einen Austausch in den USA absolvieren.

Schüleraustausch und Corona: Die Möglichkeiten im Schuljahr 2020/21

Wer im Schuljahr 2020/212 noch einen Austausch absolvieren will, hat vor allem zwei Ansatzpunkte: Kurzzeit-Aufenthalte von einem halben Schuljahr oder kürzer. Das ist sowieso de Wunsch vieler Schüler. Wenn sich die Corona-Situation entspannt, kann es also eine Option sein, im zweiten Halbjahr ins Ausland zu gehen.

Der zweite Ansatzpunkt ist die Länderauswahl: Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, in denen ein Schüleraustausch möglich sein dürfte: Die EU-Länder und Großbritannien. Damit haben die Schüler die Chance alle drei westlichen Weltkulturen und Sprachen kennen zu lernen: Englisch, Französisch und Spanisch. Innerhalb der EU kann man ohne Visum reisen, nah Großbritannien dürfte das auch nach dem BREXIT relativ einfach bleiben.

Schüleraustausch und Corona: Das Schuljahr 2021/22

Unter der Voraussetzung, dass die Corona-Pandemie bis Frühsommer 2021 weitgehend überstanden ist, wird der Schüleraustausch in viele der begehrten Länder wieder fast normal möglich sein. Ausnahmen dürften Australien und Neuseeland bleiben, da diese besonders stark auf Abgeschlossenheit setzen. Teilweise gilt das auch für Kanada, das den internationalen Schüler- und Studentenaustausch im Moment stark begrenzt und die Zusammenarbeit mit den Austauschorganisationen in Deutschland beschränkt.

Vor allem die USA werden als Ziel gewinnen. Allerdings muss man wissen, dass durch die Umbuchung vieler Schüler aus dem Vorjahr ein wesentlicher Anteil der Plätze in den USA bereits vergeben ist. Ob sich die Aufnahmekapazitäten erweitern lassen, muss man sehen. Im Bereich der staatlichen High Schools wird das kaum der Fall sein. Bei den privaten High Schools wird das Interesse groß sein, mehr internationale Schüler aufzunehmen, auch um die finanziellen Einbußen aus dem Vorjahr auszugleichen. Für die Schüler weniger erfreuliche: Die Preise werden steigen.

Schüleraustausch und Corona: Das Wichtigste für junge Leute 2020 bis 2022

Wer einen Schüleraustausch in dem Sinne anstrebt, dass es darum geht, eine andere Kultur, Menschen und deren Sprache kennen zu lernen, wird einen Platz in einem Austauschprogramm finden. Allerdings ist Flexibilität gefragt im Hinblick auf das Ziel und die Dauer des Schüleraustausches. Daraus ergibt sich der Tipp, frühzeitig mit der Recherche zu beginnen, bevor die besten Plätze vergeben sind.

Über uns

Wir sind die Deutsche Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung ist gemeinnützig. Sitz der Stiftung ist in der Nähe von Hamburg. Wir arbeiten mit Partnern und Förderern in ganz Deutschland zusammen. Mit diesem Blog wollen wir dir Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks zum Thema Schüleraustausch und Auslandsaufenthalte nach der Schule vermitteln.

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