Schüleraustausch Schweden: Die Schweden feiern Weihnachten intensiv - und Silvester mit „Dinner for One“

Clemens hat in der Weihnachtszeit viel von Schweden gesehen und keine Zeit für Heimweh

Schüleraustausch Schweden mit Weihnachtsmann

Clemens aus Niedersachsen verbringt sein Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium im Süden von Schweden. Er berichtet hier über seine Erfahrungen. Seine bisherigen Berichte siehst du hier: www.schueleraustausch-portal.de/blog-skandinavien/ 

Weihnachten im Schüleraustausch: Die Schweden feiern richtig 

Anfang Dezember ging es in der Stadt los mit der weihnachtlichen Dekoration. Natürlich kenne ich das auch von Zuhause, dass alles geschmückt wird. Aber nicht in diesen Dimensionen. In dieser Hinsicht sind die Schweden ein wenig verrückt. 

Wenn es was zu feiern gibt, dann wird auch richtig gefeiert. Ich habe auch gemerkt, dass sie Lichtershows lieben. In Göteborg an jedem zweiten Haus in der Innenstadt, an jeder Einkaufsstraße und den Hotels – riesige Lichtershows in weihnachtlichem Stil! 

Schüleraustausch: Weihnachtsfeier mit meiner Austausch-Organisation 

Am Samstag vor Weihnachten fand die Weihnachtsfeier von der Austausch-Organisation statt. Wir gingen alle zusammen in den Liseberg Freizeitpark. Das war schon mein drittes Mal seit ich hier bin. 

Am Abend zuvor kamen zwei andere deutsche Austauschschüler, in Stockholm und Lund platziert, und übernachteten bei mir. Wir kannten uns ja schon von unserer gemeinsamen Reise von Hamburg nach Kopenhagen und dem Welcome Camp dort. Freitagabend trafen wir alle Austauschschüler in Göteborg, gingen zusammen essen und feierten so mehr oder weniger unser Wiedersehen seit der Reunion Party im Herbst. 

Der Tag im Liseberg war für manche die letzte Aktivität mit der Austauschgruppe, da sie nur für ein halbes Jahr in Schweden waren und vor Weihnachten zurückgeflogen sind. Leider waren ein paar darunter, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe, und ich war schon ein bisschen traurig. Keine Ahnung wieso, aber ich habe mich am besten mit den Amerikanern verstanden. Jedoch ist es bei denen meistens so, dass sie nur ein Auslandssemester machen, um weiter auf die High School gehen und somit im gleichen Jahr noch ihren Abschluss machen zu können. 

Schüleraustausch Schweden: Weihnachtsferien und Weihnachtsurlaub 

Und dann ging es auf die Weihnachtsferien, bzw. hier heißen sie Winterferien zu. Ungefähr eine Stunde nach Schulschluss fuhren wir los in den Weihnachtsurlaub. Die Strecke, die wir zurückzulegen hatten, teilten wir in drei Tage auf.

Schüleraustausch Schweden: Mein Besuch in Stockholm 

Am ersten Tag fuhren meine Gastmutter, zwei meiner Gastbrüder und ich von Göteborg nach Stockholm. Abends, acht Stunden später, nach der Ankunft haben wir Verwandte meiner Gastmutter getroffen und waren mit ihnen im Restaurant essen. Es war wirklich nett sie kennen zu lernen, da sie alle sehr interessiert daran waren, zu wissen welche Erfahrungen ich hier als Deutscher in Schweden mache. 

Zudem hat der Neffe meiner Gastmutter auch ein Auslandsjahr gemacht und wir konnten uns sehr viel darüber unterhalten. Bei dieser Familie haben wir dann auch übernachtet und uns am nächsten Tag auf den Weg weiter nach Norden gemacht, um den Sohn meiner Gastmutter aus erster Ehe zu treffen. Es war cool ihn kennen zu lernen. Gemeinsam mit seiner Frau hat er zwei Söhne im Alter von sieben und zwei Jahren. Abends haben wir gemeinsam gegessen und danach Gesellschaftsspiele gespielt. Von Stockholm habe ich nicht viel gesehen, aber das war nicht so schlimm, weil ich vorher schon mal gewesen bin.

Schüleraustausch Schweden: Auf in den Norden von Schweden! 

Am nächsten Morgen, dem 23.Dezember, stiegen wir nochmal ins Auto und fuhren nach Nordschweden, in einen Ort namens Backe, zur Mutter meines Gastvaters. Obwohl es gar nicht mehr so weit war, sind wir sehr lange gefahren, da es keine Autobahn mehr gab und die kleinen Straßen, auf denen wir fuhren, teilweise vereist waren. Kein Wunder, bei -20° Celsius! Nach unserer Ankunft gab es sofort ein riesiges Dinner, da mein Gastvater schon zwei Tage vor uns gefahren war, um alles vorzubereiten. Er ist ein großartiger Koch und das hat die Feiertage noch besser gemacht als sie ohnehin schon waren! 

Außerdem traf ich einen anderen Gastbruder und seine Freundin aus Oslo wieder und lernte sozusagen meine Gastgroßmutter kennen. Sie lebt allein und man hat ihr angesehen, wie sehr sie sich über den Besuch gefreut hat. 

Heiligabend im Schüleraustausch in Schweden 

Heiligabend begann mit Brunch und einem darauffolgenden Spaziergang durch den Ort. Es war echt schön bei kniehohem Schnee und -24° C. Da es eine trockene Kälte war, hat es sich nicht so kalt angefühlt. Tatsächlich fühlte es sich wärmer an als hier in Göteborg bei -5° C. 

Auf dem Weg durch den Ort trafen wir einen älteren Mann, als Weihnachtsmann verkleidet, der an einigen Häusern Halt machte, um kleine Kinder zu bespaßen. Nachmittags spielten wir ein kleines Spiel, was eine Tradition in vielen schwedischen Familien ist. Jeder hat anfangs ein paar kleine Geschenke mitgenommen. Es wird gewürfelt und jeder, der einen Pasch bekommt, darf sich ein Geschenk aus der Mitte nehmen. Das ging so lange, bis alle Geschenke weg waren. Danach hatten wir noch fünf Minuten, um weiter nach dem gleichen Prinzip zu würfeln und Geschenke von den anderen zu klauen. Das lustigste war jedoch das Öffnen am Ende, da es sich nur um spaßige Geschenke gehandelt hat, um die anderen zu veräppeln. 

Danach sind wir einer weiteren schwedischen Tradition nachgegangen. Nachmittags um 15 Uhr vor dem Weihnachtsessen gucken alle schwedischen Familien zusammen Kalle Anka, das ist der schwedische Name von Donald Duck.

Schüleraustausch Schweden: Die Bescherung an Weihnachten ist schöner als in Deutschland 

Am Abend machten wir uns alle zusammen an die Bescherung, die auch sehr interessant war, da wir beim Überreichen der Geschenke einen Reim vorlasen, welcher das Geschenk ein bisschen beschreibt und um auch ein kleines Ratespiel daraus zu machen. Von meinem Gastvater habe ich Konzertkarten für ein Festival in Göteborg im Juni geschenkt bekommen. Das finde ich natürlich richtig cool! 

Zuhause in Deutschland machen wir das mit der Bescherung nicht so einfallsreich. Die letzten Jahre haben wir aber gewürfelt, wer sich ein Geschenk unter den vielen unter dem Weihnachtsbaum heraussuchen kann. Sie sind alle mit einem Namen versehen, sogar für die Kaninchen. Bei einer Eins nimmt man ein Geschenk für einen anderen, bei einer Sechs darf man sich selbst eins heraussuchen. Bei allen anderen Zahlen muss man den Würfel an die nächste Person geben.

So dauert das Auspacken viel länger und die Spannung wächst. Und es ist natürlich besser als früher als wir klein waren, da haben wir uns nur über die Geschenke hergemacht und das Papier aufgerissen. Und zuhause gibt es immer ein Fischgericht zu essen an Heiligabend. Hier hingegen gab es einen Braten mit Backkartoffeln und einem typischen Krabbenbrot als Vorspeise. 

Weihnachten im Schüleraustausch Schweden mit Schlittschuhlaufen 

Am ersten Weihnachtstag waren wir mittags Schlittschuhlaufen, da es ungefähr 100 Meter vom Haus entfernt ein offenes Eishockey-Feld gibt. Tatsächlich war es das erste Mal, dass ich Schlittschuhlaufen war. Dafür klappte es überraschend gut. Nachdem ich so ein bisschen raus hatte wie es geht, haben wir auch ein wenig Eishockey mit den Nachbarn gespielt. 

Nach den Weihnachtstagen fuhren wir zurück nach Hudiksvall zur Familie des Sohnes aus erster Ehe meiner Gastmutter. 

Zwischen Weihnachten und Neujahr im Schüleraustausch in Schweden 

In den restlichen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir einiges unternommen. Wir waren Bowlen, was aufgrund seines Sieges beim letzten Mal so eine kleine Rivalität zwischen meinem Gastbruder Felix und mir geworden ist. Am Ende verlor ich unglücklich mit vier Pins Differenz. Darauffolgend gingen Felix und ich mit den beiden Kindern Schlitten fahren und Rodeln. 

Außerdem waren wir Paddeltennis spielen. Paddel ist eine Mischung aus Tennis und Squash auf einem Tennisfeld in einem Glaskäfig. Auch wenn es sich einfach anhört, was ich auch dachte, da es auch leichter aussieht als es ist, habe ich trotz meiner sieben Jahre langen Erfahrung im Tennis ziemlich versagt. Es ist richtig schwierig! 

Silvester im Schüleraustausch in Schweden mit Dinner for One 

Am Silvesterabend gab es natürlich einen Festtagbraten und wir haben Dinner for One geguckt und feierten ins neue Jahr. Ich liebe Dinner for One. In Deutschland habe ich es auch jedes Jahr geguckt. Als kleines Kind fand ich es einfach nur lustig, dass James, der Butler immer über den Teppich stolperte. Doch je älter man wird desto lustiger wird es, da man dann mehr versteht, sprachlich und inhaltlich 

Am Neujahrsmorgen mussten wir uns auf die Heimreise begeben, da meine Gastmutter am 2. Januar wieder arbeiten musste. Den Rest der Ferien verbrachte ich damit, Freunde zu treffen und mich schon mal ein wenig auf die Schule vorzubereiten, denn in den ersten Wochen des neuen Jahres schrieben wir einige Tests. 

Für Heimweh war im Schüleraustausch in Schweden gar keine Zeit 

Heimweh so um Weihnachten habe ich die ganze Zeit nicht gehabt. Irgendwie war da gar keine Zeit für. Aber natürlich habe ich mit meiner Familie in Deutschland ein paar Mal telefoniert. 

Euer Clemens

Über uns

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