Schüleraustausch - Erfahrungen mit Weihnachten im Auslandsjahr

Weihnachten in Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Norwegen und den USA

Die Feiertage ohne die eigene Familie im Ausland verbringen - wie fühlt sich das an? Bekommt man dann Heimweh? Unsere Stipendiaten berichten regelmäßig über ihre Erfahrungen während des Auslandsjahres, auch über Weihnachten

Schüleraustausch zu Weihnachten in Brasilien

Erfahrungen von Sebastian (Rheinland-Pfalz)

Weihnachten und Silvester waren so die Zeiten, in denen das Heimweh am stärksten zugeschlagen hat. Diese beiden Feste haben in Deutschland für mich schon etwas Rituelles, jedes Jahr ist es an Weihnachten das gleiche. Nur dieses Jahr nicht, dieses Jahr ist es komplett anders, es hatte nicht wirklich etwas mit dem gemein, was ich aus Deutschland kannte: Zusammen mit meiner Großfamilie bin ich zu einer Farm gefahren, etwas entfernter von meinem Ort. Zu den Anwesenden dort gehörten meine Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen und ein paar gute Freunde der Familie. Mich hat es etwas gewundert, dass wir nicht in die Kirche gegangen sind, denn eigentlich ist das Örtchen, wo ich hier in Brasilien lebe ziemlich kirchlich orientiert. Weihnachten hat mich eher an ein „normales“ Familienfest erinnert. Es gab jede Menge zu essen, sogar ein Spanferkel. Das einzige, was mich ein bisschen an das Weihnachten erinnert hat, wie ich es kenne, war nicht der 50 cm hohe Plastikweihnachtsbaum, sondern die Vergabe von Geschenken. Meiner Familie habe ich das Rezept für Käsespätzle übersetzt. Käsespätzle hatte ich vorher schon mal für meine Familie zubereitet und es ist sehr gut angekommen. Bekommen habe ich ein schönes T-Shirt. Die Zeit auf der Farm hat auf jeden Fall Spaß gemacht, aber für mich kaum etwas mit Weihnachten zu tun gehabt. Das liegt vielleicht auch an den 30°C.

Schüleraustausch zu Weihnachten in Frankreich

Erfahrungen von Lena (Niedersachen)

Hier werden oft die Geschenke erst am 25. Dezember ausgepackt, deswegen haben wir dann auch den 25. Erst das richtige Weihnachtsessen gehabt. Doch während der Weihnachtstage, habe ich nicht sehr viel Heimweh gehabt, was glaube ich unteranderem auch daran lag, dass es sich gar nicht angefühlt hat, wie Weihnachten. Denn das Wetter war viel zu schön, ich war es zwar gewöhnt, dass man nicht immer weiße Weihnachten hat, aber hier war es richtig warm. Die Weihnachtsfeiertage vergingen recht schnell, aber es war trotzdem sehr gemütlich. Sonst habe ich in den Ferien nicht wirklich viel gemacht und dann kam das neue Jahr! Es war schon sehr ungewohnt nicht mit meinen Eltern und ihren Freunden den Weihnachtsbaum zu kaufen oder nicht zu den Großeltern zugehen um die „Weihnachtsgans“ zu essen, doch auf der anderen Seite ist es eine sehr schöne und spannende Erfahrung, zu sehen, wie es in anderen Familien und einem anderem Land gefeiert wird.

Schüleraustausch zu Weihnachten in Großbritannien

Erfahrungen von Paula (Nordrhein-Westfalen)

Meine Eltern haben mir einen Adventskalender geschickt, worüber ich mich sehr gefreut habe, vor allem weil es schon komisch war, in der Adventszeit, wo ich sonst viel mit Familie und Freunden mache, weg zu sein. Trotzdem war es interessant, mal die englischen Traditionen kennen zu lernen. In England wird  meiner Meinung nach noch etwas mehr Theater um Weihnachten gemacht als in Deutschland. Schon lange vor Weihnachten ist die ganze Stadt voll mit Dekorationen. Ende November hatte meine Organisation ein Weihnachtsessen für alle Austauschschüler organisiert, und zusammen fuhren wir in ein Restaurant. Mit meiner Gastfamilie bin ich für einen Abend nach London gefahren, um die Lichter anzugucken, die fast schon als Attraktion gelten.

Auch in der Schule gab es das so genannte ’Christmas Dinner’. Die ganze Stufe saß in der großen Halle, wo es immer das Essen gibt. Es gab Musik und ein Weihnachts-Quiz. Das englische Weihnachtsessen besteht aus einem ’Sunday Roast’, welches aus gebackenen Kartoffeln (oft zusammen mit Möhren und Pastinaken), Yorkshire Pudding, Fleisch, Gemüse und Soße besteht. Das ’Sunday Roast’ wird, wie der Name schon sagt, traditionell am Sonntag gegessen. Zu Weihnachten jedoch wird das Fleisch, welches normalerweise Huhn, Rind oder ähnliches ist, durch Truthahn ersetzt, und alles ist etwas üppiger. Zum Nachtisch gibt es den so genannten Christmas Pudding, ein runder Früchtekuchen, der mit Schnaps übergossen und anschließend angezündet wird. Zum Essen bekommt jeder einen Christmas Cracker, das ist ein Papp-Bonbon, welches knallt, wenn man es auseinander zieht, und darin befindet sich eine Papierkrone, ein Witz und ein kleines Spielzeug, wie zum Beispiel ein Kreisel, Zaubertrick oder Plastikkamm. Das in der Schule einmal mit zu erleben war sehr schön, weil ich das ja überhaupt nicht kannte.

Schüleraustausch zu Weihnachten in Irland

Erfahrungen von Marieke (Niedersachsen)

Nicht nur, dass hier am 25. Dezember Bescherung ist, sondern auch alles was damit zusammenhängt. Angefangen hat die Weihnachtszeit bei uns offiziell mit der Eröffnung des Weihnachtsmarktes. Dieser war geprägt mit dem Einfluss von einem deutschen Weihnachtsmarkt, doch war lange nicht so groß und umfangreich. Die beiden Hauptattraktionen waren das „deutsche Bierzelt“ und das Riesenrad mitten auf dem berühmten Eyre Square.

Was mich an Weihnachten sehr verwundert hat ist, dass nachdem man den künstlichen Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt hat, man die Geschenke schon vor der Bescherung nach und nach unter dem Baum platziert. Da ich es nicht gewohnt bin, die Geschenke vor Heiligabend zu sehen, war es komisch für mich.

Am Abend des 24. Dezembers habe ich mich mit meinen deutschen Freundinnen getroffen, um ein kleines deutsches Weihnachten zu feiern. Wir haben Quarkbällchen gebacken und zusammen unsere Geschenke, die aus Deutschland gekommen sind, ausgepackt.

Der Weihnachtstag war zunächst ein wenig verwirrend für mich. Ich hatte von meiner Gastmutter schon vorher erfahren, dass ihre Kinder zu Besuch kommen und wir ein großes Familienessen haben werden. Doch zum weitern Ablauf hat sie mir nichts gesagt.

So wachte ich am 25. Dezember auf und wusste nicht recht was ich machen sollte. Meine Gastmutter hatte angefangen das große Essen Schritt für Schritt zu kochen, sodass sie keine Hilfe benötigen konnte. Deshalb lenkte ich mich mit kleineren Aufgaben wie Tisch decken oder Kamin anmachen ab, bis die Familie eintraf.

Als diese kam, bestehend aus den beiden Töchtern und dem Sohn, als auch seiner Frau, haben wir gegessen. Hier in Irland ist es Tradition zu Weihnachten Truthahn, sowie Kassler-ähnlichen Schinken zu essen. Dazu gab es verschiedenes Gemüse, gegrillt und gekocht, Soße und natürlich - für irisches Dinner typisch - Kartoffeln.

Nach dem Essen sind wir alle zusammen ins Wohnzimmer gegangen und meine Gastschwester hat die Geschenke verteilt. Ich habe gewartet, bis jeder seine Geschenke hat, bevor ich angefangen habe auspacke. So, habe ich gedacht, dass die anderen es auch machen würden, da es so üblich ist bei uns zu Hause. Doch jeder hat seine Geschenke sofort aufgerissen und die dazugehörigen Danksagungen gingen leider etwas unter. Dies war für mich ein kleiner kultureller Schock, da wir zu Hause alle nacheinander aus packen, damit jeder auch die Reaktion des anderen sehen kann. Nach der Bescherung hat zu meinem Erstaunen jeder etwas für sich gemacht. Ich dachte, dass wir alle noch zusammen sitzen und reden würden, aber dies war nicht der Fall. So fand ich mich letztendlich lesend auf dem Sofa wieder. Insgesamt kann ich sagen, dass es zwar ein seltsames und ungewohntes, aber dennoch schönes Weihnachten war.

Schüleraustausch zu Weihnachten in Norwegen

Erfahrungen von Malina (Nordrhein-Westfalen)

Weihnachten nicht zuhause zu sein, war ein sehr merkwürdiges Gefühl, aber ich habe mir im Vorfeld viel mehr Gedanken darüber gemacht als nötig gewesen wären. Ich habe hier ein wunderschönes Weihnachten verbracht, das sich gar nicht so sehr vom Weihnachten zuhause unterscheidet, bloß eben mit anderen Leuten. Wir haben bei mein Gastgroßeltern gefeiert, hatten ein großartiges Weihnachtsessen und eine Feier mit Geschenken aus Deutschland und Norwegen.

Schüleraustausch zu Weihnachten in den USA: Florida

Erfahrungen von Lennart (Niedersachsen)

Weihnachten in den USA ist ein wenig wie in den Filmen. Weihnachtsmänner im Einkaufszentrum, bunte Lichter in den Einkaufsstraßen und kein Schnee im Süden. Unseren Weihnachtsbaum bauten wir schon Ende November auf und schmückten ihn ganz nach amerikanischer Manier: die Kugeln waren bunt, die Lichter blinkten und ein Großteil des Schmucks war selbst gebastelt. In den Rasen vor dem Haus pflockten wir einen Laser, der das Haus und die Bäume hinter dem Haus anstrahlte. Neben den klischeehaften Krippenfiguren, die beinahe hüfthoch waren, tanzten grüne Punkte an der Hauswand und in den Blättern. Die Nachbarn hatten neben Schmuck auch Lautsprecher und spielten im Dezember Musik, sobald ein Auto eine Lichtschranke passierte.

Den ersten Weihnachtstag habe ich in kurzer Hose auf der Terrasse verbracht. Heiligabend selbst ist weit weniger festlich hier, da Geschenke erst den nächsten Morgen geöffnet werden dürfen; wir waren in der Kirche für einen Weihnachtsgottesdienst und den Rest des Tages verbrachten wir mit Last-Minute-Einkäufen und Holz für ein Lagerfeuer zu sammeln. Der Weihnachtsmorgen war sehr gemütlich. Wir nahmen allesamt mit Eierlikör und Decken auf dem Sofa Platz. Dann machten wir uns einen Spaß daraus, meinen Gastbruder mit den Geschenken hinzuhalten. Unter den Geschenken waren vor allem Unternehmungen, wie z.B. eine gemeinsame Massage.

Gleich nach Weihnachten waren wir auf eine Weihnachtsparty eingeladen - einer “Ugly-Sweater-Party”. D.h. jeder kramte den hässlichsten Weihnachtspullover aus dem Kleiderschrank, den man so zu bieten hatte. Die Feier fand in einem angemieteten Fotostudio statt und hatte sogar einen eigenen DJ. Deutsche Partys sind amerikanischen sehr ähnlich, nur wird mehr getanzt; Alkohol ist komplett verboten. Viele konnten sogar den “Worm” tanzen, eine Breakdance-Bewegung bei der man sich am Boden wie ein Wurm fortbewegt.

Über uns

Wir sind die Deutsche Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung ist gemeinnützig. Sitz der Stiftung ist in der Nähe von Hamburg. Wir arbeiten mit Partnern und Förderern in ganz Deutschland zusammen. Mit diesem Blog wollen wir dir Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks zum Thema Schüleraustausch und Auslandsaufenthalte nach der Schule vermitteln.

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