Camie hat Entscheidungen für den Schüleraustausch getroffen: Kanada, Austausch-Organisation, Stipendium

Die Vielzahl der Stipendien für den Schüleraustausch hat Camie überrascht

Schüleraustausch Traumziel Kanada

Camie mit Stipendien-Urkunde

Camie im Schüleraustausch Kanada

Camie aus Niedersachsen verbringt ihr Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium in New Brunswick in Kanada. Sie berichtet hier über ihre Erfahrungen

Warum ich mich für ein ganzes Auslandsjahr entschieden habe

Ich habe mich für ein Jahr entschieden, weil ich damit mehr Zeit habe mich wirklich einzuleben und echte Freunde zu finden.

Die Gründe, warum ich meinen Schüleraustausch in Kanada machen wollte

Dass ich in ein englischsprachiges Land möchte, stand fest, da ich als zweite Fremdsprache Latein gewählt hatte und ich aktuell keine Sprache neu lernen möchte. Natürlich dachte ich über Australien oder Neuseeland nach. Doch beide Länder schieden sofort aus, als ich einen Blick auf die Preise geworfen hatte. Das war viel zu teuer.

Meine Entscheidung zwischen den USA und Kanada für mein Auslandsjahr

Ich habe lange zwischen USA und Kanada abgewogen, mich dann aber für Kanada entschieden. Ich liebe die Natur und fand die allbekannten Klischees über Kanada sympathischer, als die über USA. Die politische Lage in Anbetracht von Präsident Trump und die soziale Sicherheit hielten mich fern von einer Entscheidung für die USA. Außerdem wollte ich meine eigenen Erfahrungen machen und es nicht meinem Bruder gleichtun, der in den USA war. Durch mehrere Urlaube, auch gemeinsam mit meiner amerikanischen Verwandtschaft, kannte ich die USA schon ein wenig. Also fiel meine Wahl auf Kanada.

Die Suche nach der besten Austausch-Organisation für den Schüleraustausch Kanada

Endlich zu einer Entscheidung gekommen, suchte ich Organisationen, die Kanada anbieten. Eine umfangreiche Recherche im Internet über die Erfahrungsberichte anderer Austauschschüler*innen folgte. Meine Eltern und ich haben dieses Mal ganz genau hingeschaut, da wir mit der Austauschorganisation (Partnership International) meines Bruders extrem schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Nochmals wollten wir nicht einer unseriösen Organisation zum Opfer fallen.

Meine Eltern und ich haben uns für meine Austausch-Organisation entschieden, weil sie einen modernen und seriösen Auftritt auf der AUF IN DIE WELT-Schüleraustausch-Messe und auch im Internet haben. Nachdem wir online viele Fragen beantwortet hatten, wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Ich weiß noch, dass ich sehr nervös war, weil ich eher durchschnittliche Noten in der Schule habe und mein Englisch nicht allzu gut ist. Allerdings verfolge ich viele soziale und ehrenamtliche Aufgaben.

Schnell hat sich bei dem Gespräch herausgestellt, dass es nicht wie eine Prüfung ist. Man wollte mich einfach nur näher kennen lernen. Meine Schulleistungen interessierten niemanden. Es ging darum, wie ich mit Problemsituationen umgehe und welche Hobbies ich habe.

Der Organisation ging es mehr darum zu sehen, ob ich zu ihnen passe als mich zu testen. Nach diesem erfolgreichen Gespräch ging das Bewerbungsverfahren weiter. Es folgte ein umfangreicher Fragebogen mit vielen Möglichkeiten sich vorzustellen. Es kostete zwei Wochenenden die sehr weitreichenden Fragen zu beantworten. Rückblickend habe ich mich durch die Beantwortung der Fragen selbst besser kennen gelernt, da ich mich für die Beantwortung selbst reflektieren musste. Bei meiner deutschen Schule wurden sogar Lehrergutachten angefragt mit einer Beurteilung über mich, ob man es seitens der Schule als förderlich ansieht, wenn ich ins Ausland gehe.

Meine Suche nach dem Stipendium für den Schüleraustausch Kanada

Nachdem dieser Prozess abgehakt war und ich endlich eine Zusage der Wunschorganisation erhielt, begann die Suche nach finanziellen Hilfen. Es war an der Zeit sich für Stipendien zu bewerben. Hierfür stehen die Abgabefristen relativ früh fest und man sollte sich frühzeitig erkundigen.

Die Vielzahl der Stipendien für den Schüleraustausch hat mich erstaunt

Manche Stipendien erhält man für sehr gute Schulleistungen, andere für kreative und künstlerische Begabungen, für besondere sportliche Leistungen, für musikalische Interessen oder für soziales Engagement. Es gibt sogar regionsabhängige Zuschüsse, auch welche für Migranten und bestimmt noch viele mehr.

Da ich in der Schülervertretung, bei den Streitschlichtern und in der Kirche sehr aktiv bin, habe ich mich für ein Taschengeldstipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung beworben. Dort gab es einige ähnliche Fragen wie schon bei der Bewerbung bei der Austauschorganisation. Natürlich mit mehr Bezug zu meinem Ehrenämtern. Die Tage vergingen im Schneckentempo, als ich auf die Antwort wartete.

Obgleich wir uns drei Jahre finanziell auf das Auslandsjahr eingestellt hatten, ist es für uns ohne ein Stipendium und ohne BAföG (einkommensabhängige staatliche Berufsausbildungsförderung) nicht möglich den Betrag netto aufzubringen. Alles in allem handelt es sich um eine Summe von 20.000 Euro.

Dann endlich kam die Bestätigung, dass ich das Glück hatte, eine von 5 Stipendiat*innen zu sein. Meine Mutter und ich haben vor Freude ein Tänzchen im Flur gemacht und sind in das Lokal auf der Ecke gegangen, um auf diese Ehre anzustoßen.

Meine Gedanken zum Auslandsjahr in Kanada

Neben diesem ganzen formellen Dingen ging mir natürlich Vieles durch den Kopf. Wo genau komme ich hin? Wie wird wohl meine Gastfamilie sein? Wie kann ich mein Land vor Ort gut repräsentieren? Welche Gastgeschenke erfreuen die Gastfamilie? Wie wird die Schule sein? Welchen Sport werde ich machen können? Ist meine Zahnspange bis dahin draußen? Welche Kleidung nehme ich mit?

Auf der einen Seite wollte ich Deutschland verlassen, aber mir vorzustellen, meine Mutter, Familie und Freunde für 10 Monate nicht zu sehen, war hart. Ich könnte Vieles verpassen. Gerade stand für meinen Opa eine Krebsoperation bevor und ich hatte in der Vergangenheit schon meine Oma und meinen anderen Opa an den Krebs verloren. Horrorszenarien wie “Was ist, wenn der Opa in dieser Zeit stirbt?” ließen mich letztendlich aber nicht davon abhalten, meinen Traum zu verwirklichen.

Das Vorbereitungsseminar für den Schüleraustausch in Kanada

Meine Organisation lud mich zu einem einwöchigen Vorbereitungsseminar ein. Das Seminar war sehr gut vorbereitet. In dieser Woche habe ich viele Freunde gefunden und viele neue Dinge gelernt. Ich wurde hervorragend auf alle möglichen Situationen vorbereitet und habe Einiges fürs Leben gelernt.

Als Austauschschüler*innen haben wir eine gewisse Rolle und Verantwortung

Wir sind Vertreter unseres Herkunftslandes, also müssen wir auch historisch und kulturell über Deutschland Bescheid wissen. Wir sollten nicht zu schüchtern sein, neue Menschen kennen zu lernen. Wir akzeptieren, dass in anderen Ländern andere Regeln gelten. Die Meinungen über Kindern, Frauen und Religion können stark abweichen, eben ganz anders sein als alles, was wir bisher kennen gelernt haben. Auch Fragen, wie: „Gibt es in China Tampons?“ und „Fallen die Kondome in China kleiner aus?“ wurden besprochen. Was ist, wenn ich doch mal ein Problem mit der Gastfamilie oder der Schule habe. Auf alles, was uns bewegte, hat meine Austauschorganisation Antworten gegeben.

Toll an dieser Woche fand ich, dort auf Leute zu treffen, die in meiner Situation sind. Natürlich bist du aufgeregt und es gibt immer noch weitere Sachen vor Abreise zu erledigen. Aber endlich hatte ich Freunde mit denen ich über meine Gefühle, Ängste und Fragen reden konnte. Andere hören dir zwar zu, aber da sie nicht in der gleichen Situation sind und sich mit den Themen nicht auseinandergesetzt haben, können sie sich nicht richtig mit dir austauschen.

Im nächsten Blog schildere ich Euch meine letzten Wochen in Deutschland, die Reise und Ankunft in Kanada.

Eure Camie

Über uns

Wir sind die Deutsche Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung ist gemeinnützig. Sitz der Stiftung ist in der Nähe von Hamburg. Wir arbeiten mit Partnern und Förderern in ganz Deutschland zusammen. Mit diesem Blog wollen wir dir Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks zum Thema Schüleraustausch und Auslandsaufenthalte nach der Schule vermitteln.

Wir freuen uns über Beiträge zum Blog
info(at)schueleraustausch-portal.de

Außer auf diesem Portal stellen wir gute Austauschorganisationen, Schulberatungen und Sprachreiseanbieter auch im Rahmen unserer AUF IN DIE WELT-Messen vor. Zu den nächsten Messen

Instagram