Alex: Mein Schüleraustausch in Irland hatte Heimweh, Familienwechsel und viele spannende Erlebnisse

Erfahrungsbericht Teil 3 von Alex, die ihr Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium in Irland verbracht hat

Irland ist ein grünes Land

Mein Auslandsjahr in Irland

Im Folgenden werde ich versuchen, mein Austauschjahr ein wenig und möglichst übersichtlich zusammenzufassen. Dabei kann ich gleich sagen, dass die Frage „Wie war dein Austauschjahr?“ und die darauffolgenden Ermunterungen von wegen „Erzähl doch mal ein wenig!“ und „Hattest du denn wenigstens Spaß?!“, reichlich wenig weiterhelfen werden. Ich weiß, dass diese Fragen gut gemeint sind und die Interesse der Hiergebliebenen zeigt, doch die Antworten auf solche Fragen sind dann doch eher schwieriger.

Natürlich war das Austauschjahr gut und ich habe viele Erfahrungen gesammelt, gute, wie auch schlechte und so ist das Leben. Es mag hart klingen, aber letztendlich ist das doch eine perfekte Vorbereitung für das weitere Leben.

Wenn ich so anfange von meinem Erlebnis zu erzählen, sehe ich auf den meisten Gesichtern Mitleid und die Frage, ob ich denn nicht glücklich gewesen wäre.

Vielleicht hatte ich nicht immer Glück mit der Gastfamilie oder meinen Mitmenschen oder der Schule oder der Umgebung in der ich gelebt habe, doch ich bin dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich habe so viele neue nette Menschen in Irland und von mehreren anderen Ländern kennengelernt, mit denen ich mehr oder weniger in Kontakt bleiben werde. Meine Stärken liegen nicht darin, stetigen Kontakt zu halten, jedoch bin ich durch dieses Jahr noch offener und auch mutiger geworden.

Ich habe gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen und erst mal nach einer passenden Lösung zu suchen, um diese auch zu finden. Meine Selbstständigkeit ist gewachsen und ich habe mich selbst weiterentwickelt und besser kennen und verstehen gelernt.

Mir ist auch noch mehr klargeworden, dass der größte Reichtum und die höchsten Beträge auf den Konten nicht mit der Kommunikation miteinander mithalten können. Für mich persönlich ist dies einer der Hauptpunkte, die ich zu schätzen gelernt habe. Meine Mutter hat mir immer eingeprägt, dass man mit Freundlichkeit und gutem Benehmen am weitesten kommt und ich muss ihr nach mehreren kleinen Erfahrungen in diesem Punkt durchaus zustimmen.

In Irland habe ich auch viele Austauschschüler aus anderen Ländern kennen gelernt

In meinem Austauschort, Monaghan, waren unglaublich viele Austauschschüler untergebracht, wie ich es bereits im letzten Text berichtet habe, und dadurch habe ich auch andere Kulturen und deren Klischees ein wenig begutachten und beobachten dürfen. Die Masse an Schülern von verschiedenen Ländern ist sowohl ein Fluch als auch ein Segen. Die Englischkenntnisse verbessern sich nicht wirklich schnell durch das Unterhalten mit anderen Lernenden und an die typischen Iren kam man nur selten heran, da diese an die Menge an Ausländern gewohnt waren. An meiner Schule, das Beech Hill College, waren besonders am Anfang viele heimische Schüler genervt und dementsprechend unfreundlich gegenüber uns und unserer Anwesenheit. Unter uns Austauschschülern haben sich aber schnell Freundschaften gebildet, sowohl in denselben Herkunftsländern als auch länderübergreifend, da wir ja alle relativ gleich gestrickt waren: Wir sind ins Ausland gegangen, um neue Menschen kennenzulernen. Ich bin froh darüber, Spanier, Italiener, Franzosen, Finnen, Brasilianer, Mexikaner, Österreicher, Belgier, Tschechen, Ungaren zu meinen Freunden zählen zu dürfen. Auch überall in Deutschland kenne ich nun liebe Menschen, mit denen ich Interessen teile.

Zurück zu meinen Beobachtungen: Pauschal kann ich nun durch Diskussionen über und mit anderen Ländern ein paar wahre Klischees aufdecken: Die Italiener können gut kochen, halten Mittagsschlaf oder -pause und sind sehr familienbezogen. Die Spanier unterhalten sich in einer ausgesprochen starken Lautstärke, bevorzugen Spanisch untereinander zu reden und sind leidenschaftlich. Die Franzosen sind allgemein faul was Fremdsprachen angeht, stellen kein Land vor Frankreich in der Rangliste der schönsten Länder und haben ein anderes Zeitgefühl in Sachen Pünktlichkeit, besonders in Paris.

Und auch Deutschland besitzt natürlich die eigenen Klischees: Die Deutschen verbessern und korrigieren jegliche imperfekten Angelegenheiten, stellen Pünktlichkeit und Ordnung in den Vordergrund und backen eindeutig das einzig wahre Brot. Ausnahmen und Besonderheiten sind nicht ausgeschlossen und ich möchte diese Aussagen nicht verallgemeinern, jedoch sind sie durchaus geläufig.

Mich hat natürlich auch das Fernweh gepackt und nun kann ich es kaum erwarten, wieder raus in die Welt zu kommen, um neue Menschen kennenzulernen. Nichts und niemand wird mich davon abhalten können, denn meine Lebensweisheit heißt: Live the moment.

Irland war ein spannendes Ziel für meinen Austausch

Mein ausgewähltes Land, Irland, hat sich auf jeden Fall von sich selbst überzeugt. Aus geographischer und natürlicher Sichtweise lohnt es schon für einen Trip. Man findet im Osten das städtische Treiben von Dublin umrundet von den typischen grünen, hügeligen Wiesen. Im Süden sind ausgesprochen weite, schöne Strände mit dem von tiefblau zu türkis wechselnden Meer zu finden. Im Westen ragen die Steilküsten ins Meer und eine beeindruckende Stein- und Feldlandschaft ist vorzufinden. In der Nähe zur Grenze zu Nordirland sind schöne Seen zu besichtigen und im höchstgelegenen County, vergleichbar mit Bundesland, namens Donegal geht kein Weg um die wunderschöne Aussicht auf das Wasser herum. Im County Donegal habe ich auch meine Liebe zum Surfen kennengelernt und Highlights erlebt, wie das Sichten von wilden Delphinen.

Überall in Irland stehen alte Burgen oder deren Ruinen und da ich eine große Begeisterung für Geschichte besitze, erübrigt sich das Erklären meiner Faszination für diesen Aspekt. Die irische Geschichte ist durchaus spannend und ich kann keinesfalls behaupten, dass ich allwissend in dieser bin, denn es sind sehr viele kleine Herrschaften und unterschiedliche kleinere Persönlichkeiten zu der großen Geschichte zu integrieren, um ein angemessenes Maß an Wissen zu erreichen.

Die Iren besitzen einen trockenen Humor, der von viel Sarkasmus beeinträchtigt wird, welcher auch durchaus meinen persönlichen beschreibt. Jedoch ist mein Humor nicht so hart in verschiedenen Fällen.

Der typische Pub ist an vielen bis jeden Orten zu finden. An den Wochenenden ist dieser stetig gut besucht und er gehört zu dem irischen Lebensstil dazu. Er bringt die lockeren und einfach gestrickten Iren zusammen und ist stets mit einer lebensfrohen Atmosphäre erfüllt. Der Ehrgeiz und das Können, sowie der Spaß werden beim Pool-Spielen bewiesen. Außerdem ist die Musik ein großer Bestandteil der irischen Kultur. Das Selbst-Fabrizieren wird äußerst beachtet und durch Auftritte in Pubs geehrt, doch auch die traditionellen Lieder sind geläufig.

Das Essen ist von Kartoffeln, Toast und den „Dinner“-Zeiten geprägt. Die Kartoffel kommt an sechs von sieben Tagen als Mus zubereitet auf den Tisch und das irische „schöne“, „frische“ Brot ist Toast. Als deutscher Brotfan ist solch eine Umstellung eine Ernüchterung. Die Zeiten sind von Familie zu Familie unterschiedlich; so gab es bei mir jeden Tag direkt nach der Schule Dinner und sonntags um eins!!!

Wie ihr bereits wisst, wenn ihr meine vorherigen Berichte verfolgt habt, habe ich meine Gastfamilie kurz nach Weihnachten gewechselt. Offensichtlich kam ich mit meiner ersten Familie nicht so gut aus und die Chemie hat einfach nicht gestimmt. Meine zweite Gastfamilie hat mich herzlich aufgenommen, jedoch nicht so in das Familienleben eingebunden, wie ich es mir vor dem Jahr erhofft hatte.

Vor dem Jahr habe ich versucht, mir keine Erwartungen zu machen, um nicht enttäuscht zu werden, doch dabei habe ich festgestellt, dass es kaum möglich ist, nichts zu erwarten. Eine frühere Tanzlehrerin hat einmal bei einer Rede erwähnt, dass nicht viele Menschen, und in dem Fall Kinder mit Frustrationen umgehen können. Frustrationen auszuhalten und ins Gute umzuwenden ist eine harte Aufgabe. Auch diese Art von mehr oder weniger „schlechten“ Erfahrungen trägt zum Erwachsenwerden dazu. Für die Berufswelt ist dieses Erlebnis ein großer Schritt, denn man kann nicht immer erwarten, dass alles nach Plan abläuft.

Ich werde meine Auslandserfahrungen für Studium und Beruf nutzen

Zum Thema Berufswelt und Zukunft: Dieses Austauschjahr wirkt natürlich einen großartigen Effekt auf meinen Lebenslauf und hoffentlich auch auf meinen Chancen bei internationalen Bewerbungen aus. Ich erhoffe mir dadurch ebenfalls, eine gute und greifbare Möglichkeit im Ausland zu studieren und ziehe daraus ein gutes Argument, ein „work&travel“- Jahr in Australien und oder Neuseeland einzulegen.

Was ich in Irland vermisst habe

Am meisten habe ich wohl das deutsche Brot und typisch deutsches Essen vermisst. Aus dem Norden kommend, habe ich auch den Fisch aus unserem Wasser vermisst. Die Sehnsucht nach meinen Freunden und meiner Familie und die Freude und diese dann wiederzusehen war natürlich auch groß, besonders in den letzten Tagen in Irland. Unsere Norddeutschen Sitten und Verhaltensweisen haben mir auch gefehlt.

Ich vermisse definitiv die englische Sprache und das Stimmengewirr von verschiedenen anderen Sprachen in meinem Umfeld. Ich rege mich durchaus manchmal über den deutschen Akzent meines Englischlehrers auf oder belächle denselben bei meinen Mitschülern.

So war meine Austausch-Organisation

Meine Austauschorganisation kann ich leider nicht als die beste verkaufen, aber auch hier spielen Erwartungen eine immense Rolle. Zu der Zeit, als ich nach einer anderen Gastfamilie gesucht habe, habe ich mehr oder überhaupt jegliche Unterstützung erwartet, schließlich habe ich eine Menge Geld dafür bezahlt. Letztendlich bin bei meiner eigenen und selbstständigen auf meine zweite Gastfamilie gestoßen, wobei ich danach jedoch eine Nachricht von meiner Organisation bekommen habe, dass sie jetzt, nach geschlagenen drei Monaten eine Gastfamilie für mich gefunden hätten. Mein Gefühl hat mich davon überzeugt, dass sie nicht mal mit der Suche angefangen hatten. Nach diesem Erlebnis habe ich auch keine Unterstützung von dieser Organisation oder meinen Koordinatoren erwartet oder darauf hoffen gewagt. Am Anfang waren jedes Wochenende Ausflüge geplant, aber diese waren auch niemals von meiner Organisation. Ich habe an vielen Ausflügen teilgenommen und ich möchte hierzu sagen, dass eine andere Organisation eindeutig besser war. Die perfekte Organisation gibt es jedoch nicht.

Mein allgemeiner Tipp für deinen Austausch

Mein Tipp für die Schüler, die sich gerade auf ein Austauschjahr vorbereiten, ist, dass ihr die Erwartungen möglichst gering halten solltet und bei Frustrationen nicht gleich aufgeben dürft. Wenn ihr euch noch nicht hundertprozentig sicher seid, ob ihr bereit für ein Austauschjahr fühlt, dann solltet ihr die Sache nochmal überdenken. Ich habe Freunde gehabt, die hat es sehr schlecht erwischt und die einfach eine sehr schlechte Erfahrung aus diesem Jahr mitgenommen haben. Im Nachhinein denke ich, dass kürzere Programme durchaus attraktiv sind. In drei Monaten erlebt man schon eine Menge, wenn man alles mit offenen Armen aufnimmt; falls einem etwas dann nicht so gut gefällt, muss man nicht das Programm abbrechen, sondern nur kurze Zeit abwarten und versuchen mit der Situation umzugehen. Ein halbes Jahr bietet sich auch an, denn wenn man sehr begeistert von der Erfahrung und den Menschen ist, dann kann man immer noch verlängern.

Warum habe ich mich für den Austausch entschieden habe

Meine Entscheidung für einen Auslandsaufenthalt war eigentlich von dem Anfang klar, als die Frage danach überhaupt zum ersten Mal aufgetreten ist. Ich wollte eine andere Kultur kennenlernen und nicht mein ganzes Leben in meinem kleinen Ort verbringen. Neue Menschen, und unter diesen Freunde zu finden, hat mich in meiner Entscheidung nur bestätigt. Meine Freude an Sprachen war natürlich ebenfalls von Bedeutung.

Dass ich für ein ganzes Schuljahr verreisen möchte, stand bei mir ebenfalls von Anfang an fest, da ich entweder ganz oder gar nicht auf dieses Abenteuer gehen wollte. Im Nachhinein kann ich habe ich jedoch eine andere Meinung und empfehle ein halbes Jahr mit der Möglichkeit einer Verlängerung für so einen Austausch. Ob und für wie lange man ins Ausland gehen möchte, hängt von der individuellen Person ab und deshalb muss man dieses für sich selbst entscheiden und sich über das eigene Bauchgefühl klar werden.

Wenn jedoch nur die Eltern für solch einen Austausch stimmen, aber du selbst nicht wirklich überzeugt bist, dann solltest du nicht auf diese Reise gehen. Schließlich ist man selbst die Hauptperson und muss mit all den garantiert aufkommenden Problemen klar kommen. Man ist überwiegend auf sich alleine gestellt, denn die anderen Personen von Zuhause haben keinen blassen Schimmer, wie es bei einem in der Realität abgeht und welche Umstände sich wie behaupten.

Meine Auswahl der Austausch-Organisation: Internet und Messen

Meine Vorbereitung für dieses Abenteuer habe ich ein bis anderthalb bis zwei Jahre vor dem Flug gestartet. Ich habe mit meiner Mutter viele Messen besucht, bei denen sich die unterschiedlichen Austauschorganisationen vorgestellt und sich selbst selbstverständlich hoch angepriesen haben. Es war eine Art Wettbewerb, da sie durch „Kunden“ ihr Geld verdienen. Ehrenamtliche waren jedoch auch in kleineren Anteilen vertreten. Fast jeder Stand besitzt eine eigene Broschüre und so kam es dazu, dass sich zwanzig, oder mehr verschiedene Prospekte bei mir Zuhause gestapelt haben. Welche Organisation die Beste ist, konnte ich schlecht beurteilen, da jede im Programmheft nur von guten und schönen Erlebnissen und einer langen Beständigkeit geschrieben haben. Auch im Internet konnte man viele positive und negative Erfahrungsberichte lesen. Meine Mutter hat ihre Freude am „Bloglesen“ entdeckt und so hat sie mir ab und zu berichtet, was diese oder jene Person erlebt hat. Ich selbst habe grundsätzlich keine Blogs gelesen, da ich dachte, ich möchte meine eigene Erfahrung machen und nicht durch die Erfahrungen anderer beeinflusst werden. Viele reden von dem Jahr des Lebens, aber auch von so einer Aussage darf man sich nicht beeinflussen lassen, denn es kann einen viel schlechter erwischen und dann sitzt man letztendlich auf dem Sprung und kann das Erlebnis nicht wirklich genießen, da man viel lieber nach Hause möchte.

Ich habe mich nur kurz auf Irland vorbereitet

Die Vorbereitung auf meinem Abflug verlief relativ kurzfristig und plötzlich. In gewisser Weise hat sie nicht wirklich existiert. Ich habe mein Leben weiter genossen und mich so oft wie möglich mit meinen Freunden getroffen, wie es nur möglich war. Mein Lebensmotto lautet. Lebe den Moment. Deshalb habe ich auch keine Gedanken an das Packen oder sonstige wichtige Dinge und Aufgaben, die ich noch unbedingt vor der Abreise erledigen musste, verschwendet. Dass ich dadurch ein viel zu schweres Gepäck und einen fast abgelaufenen Ausweis mitgenommen habe, sind Sachen, die durch meine geringe Vorbereitung in Kauf nehmen musste. Ich habe die Daten für meine Gastfamilie knappe zwei Wochen vor meinem Flug bekommen und da meine Eltern und ich zu dem Zeitpunkt im Urlaub waren, hat sich eine vernünftige Kontaktaufnahme nicht wirklich ergeben. Andererseits bin ich auch der Meinung, dass man sich erst ein richtiges Bild machen kann, wenn man den Menschen vor der Nase hat. Geskypt oder telefoniert habe ich nicht mit meiner Gastfamilie.

So habe ich meinen Schüleraustausch finanziert

Die Finanzierung des Auslandsaufenthaltes ist natürlich ein wichtiges und heikles Thema. Ohne diese hat sich das Abenteuer von Grund aus erledigt. Zum Glück gibt es aber viele Hilfsorganisationen und man muss sich einfach nur gründlich informieren und alles Mögliche versuchen, um solch einen Traum wahr werden zu lassen.

Es existiert zum Einen die Möglichkeit Bafög zu beantragen, welches durchaus sehr viel weiterhelfen kann. Zum Anderen gibt es viele Organisationen, die die Finanzierung unterstützen, wenn diese von grundaus nicht plausibel oder real für den Haushalt ist.

Ich persönlich habe einen Anteil der Kosten von einem bestimmten Ertrag bezahlt, welchen meine Eltern bei meiner Geburt für solche Zwecke zurückgelegt hatten. Die andere Hälfte des Gesamtpreises habe ich mir erarbeitet, indem ich stetig auf Jobsuche war, auch wenn sich diese mit meinen damals 15 Jahren als schwierig erwiesen hat. So kam es dazu, dass ich Zeitungen ausgetragen, Nachhilfe gegeben, Unkraut gezupft und auf kleine Kinder aufgepasst habe. Außerdem habe ich auch Katzen und Hunde gehütet oder ausgeführt, wenn deren Besitzer nicht zu Hause waren. Ich bin jeden Tag mit Fahrrad acht Kilometer zur und von der Schule gefahren, sodass ich meinen Busausweis der Gemeinde zurückgeben konnte, damit diese mir einen Betrag dafür zahlen. In den Ferien habe ich auch beim FerienLeseClub geholfen, welches eine Aktion in unserer Bücherei ist. Meine Sparsamkeit und mein Geiz, Geld auszugeben, haben sich ebenfalls verstärkt.

Meine Suche nach Stipendien

Außerdem gibt es viele verschiedene Stiftungen und Organisationen, die Teilstipendien oder Vollstipendien anbieten. Welche Auszeichnungen man für einen Bewerbung aufweisen muss, sind höchst unterschiedlich. Bei dem Parlamentarischen Partnerschafts Programm (PPP) muss man zum Beispiel über die deutsche Politik und Wirtschaft Bescheid wissen, um die deutsche Kultur im Gastland auf dieser Ebene vertreten zu können. Andere Organisationen nehmen eine Bewerbung nur mit einem sehr guten Notenschnitt in der Schule an, um die Auswahl per Zufallsverfahren auszuwählen. Bei sehr vielen anderen Organisationen wie auch bei der Deutschen Stiftung Völkerverständigung  muss das ehrenamtliche Engagement auf höherem Niveau vorgewiesen werden. Durch Vorstellungsgespräche versuchen einige Stipendiengeber ein Bild von dem Charakter und der Einstellung des Schülers zu machen. Jede Stiftung wird nach deiner Motivation, und deinen Auszeichnungen oder Begabungen auf hundert verschiedene Arten und Weisen nachfragen und es kommt auf deine Geschicklichkeit an, ob du sie von dir und deinem Anliegen überzeugen kannst. Glücklicherweise habe ich das Taschengeldstipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung gewonnen, welches mir großartige Unterstützung in meinem Auslandsjahr bewiesen hat. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich für diese Möglichkeit bedanken. Dankeschön!

Mein Flug nach Dublin und der erste Kontakt mit meiner Gastfamilie

Die Reise nach Irland hat am Ende von August stattgefunden und meine Eltern und mein Bruder haben mich zum Flughafen nach Hamburg begleitet. Dort habe ich zwei andere Mädchen getroffen, mit denen ich vorher geschrieben und über verschiedene Angelegenheiten ausgetauscht habe, da die beiden mit derselben Organisation  unterwegs waren. Wir drei haben dann zusammen eingecheckt und die Aufregung durch Gespräche im Flugzeug überspielt. Ein Mädchen hatte ein wenig Flugangst, doch wir anderen beiden haben versucht, sie davon abzulenken.

Als wir in Dublin angekommen sind, waren die Gastfamilien der beiden Mädchen schon dort und haben sie erwartet. Meine Gastfamilie kam eine viertel Stunde später und ich war zunehmend unruhiger. Eine herzliche Begrüßung habe ich leider nicht bekommen. Nachdem sind wir in einem kleinen Supermarkt beim Flughafen essen gegangen und mir wurden all die Fragen gestellt, die ich bereits in meinen Unterlagen für die Bewerbung der Organisation auf fünf verschiedene Schreibweisen beantwortet hatte. Das Gefühl, dass meine Gastfamilie mich ausgewählt oder meine Unterlagen überhaupt ordentlich durchgelesen hatte, blieb somit aus. Vielleicht war das auch ein Versuch mich zum Reden zu bringen…

Nachdem sind wir zu einem anderen Gate gegangen, vor dem wir auf meine zukünftige Gastschwester aus Frankreich gewartet haben, von der ich nicht einmal den Namen wusste. Bei der zweistündigen Autofahrt von Dublin nach Monaghan war ich damit beschäftigt, die Augen wenigstens halbwegs offen zu halten, da all die Aufregung und Last dieser von mir abgefallen ist. Ich war hundemüde, aber auf der anderen Seite wollte ich auch nichts von meinem ersten Eindruck auf die Landschaft verpassen. Meiner Gastschwester erging es genauso. So kam es dazu, dass wir beide in einem Zustand zwischen quälendem Wachbleiben und unruhigem Schlaf gefangen waren. Bei der Ankunft in dem Haus hat sich die Müdigkeit dann aber wieder von der Nervosität und der Neugierde abgewechselt.

Meine Gastfamilie in Monaghan

Unsere kleineren Gastschwestern haben sich sehr schüchtern verhalten und uns wurde das Haus gezeigt. Nachdem konnten wir uns jeder eines der beiden Zimmer aussuchen. Das eine hatte einen begehbaren Kleiderschrank, ein größeres Bett und ein Bad, während das andere einen größeren Spiegel und einen Schreibtisch besaß. Meine Gastschwester stellte ihr Gepäck in letzteres, also beschloss ich, das andere zu beziehen. Ich dachte zuerst, dass ich jetzt ja ein eigenes Bad hätte und somit den größeren Luxus besaß, doch der Schein trügt: Meine Dusche und die Toilette funktionierten nicht und auch die Heizung in dem Raum meiner Gastschwester namens Nelly war funktionsuntüchtig.

Meine nicht vorhandene Scheu, einfach drauf los zu sprechen, hat mir ermöglicht die ersten Gespräche zu führen. Das Englisch meiner Schwester war am Anfang nicht gut und so hat sie sich erst mal darauf konzentriert zuzuhören und wenig geredet.

Der Wechsel der Gastfamilie - wie geht das?

Im Laufe der Zeit habe ich dann festgestellt, dass die Chemie zwischen mir und meinen Gasteltern nicht wirklich gut ist und ich und meine Gastschwester haben beschlossen, die Gastfamilie zu wechseln. Wir haben die Organisation damit beauftragt, doch durch diese hat sich nichts getan. Diese meinte, dass wir nur geringfügige Probleme hätten und kein Wechsel von Nöten wäre, jedoch als die Organisation sich mir vorgestellt hat, hat sie von einem jederzeit möglichen Wechsel gesprochen; auch mit der Begründung, dass die Chemie einfach nicht stimmt. Nach anderthalb Monaten Warten auf eine Antwort auf unsere Fragen und Probleme, habe ich mich schließlich selbst auf die Suche gemacht.

Viele andere Austauschschüler, welche in meiner Gegend waren, blieben nur für eine kürzere Zeit, so etwas wie zum Beispiel ein halbes Schuljahr oder drei Monate. Diese Schüler habe ich dann befragt, ob sie ihre Gastfamilie mögen und ob sie es okay finden würden, wenn meine Gastschwester und ich in dieselbe gehen könnten, nachdem diese Austauschschüler nach Hause geflogen sind. Nach einer langwierigen und aufwendigen Suche habe ich dann ein Mädchen gefunden, welches uns weiterhelfen konnte. Daraufhin haben Nelly und ich der Gastfamilie einen Besuch abgestattet, welche überrascht war, als wir zwei kamen, denn eigentlich wussten sie nur von einem Mädchen. Carmel, die zu dem Zeitpunkt zukünftige Gastmutter, hat dann mit der Organisation alles weitere besprochen und geklärt, woraufhin wir eine Email bekommen haben, dass die Organisation eine Gastfamilie für uns gefunden hätte. Dass ich die Gastfamilie wahrheitsgemäß gesucht und gefunden hatte, wurde nicht erwähnt.

In dieser Zeit, in der ich versucht habe, die Situation zu ändern, haben mich meine Eltern am meisten unterstützt. Meine „Nachbar-Schwester“, mit der ich auch sehr gut befreundet war und bin, hat mich auch darin ermuntert und unterstützt, die Lage zu ändern. Nelly und ich haben uns einmal mit unserer zugeteilten Koordinatoren der Organisation getroffen, aber das Gespräch hat uns nicht weitergebracht. Der Kontakt zu meiner Koordinatorin und meiner deutschen Organisation war verhältnismäßig mangelhaft. Nelly und ich haben sehr oft versucht, sie zu benachrichtigen via Email, SMS oder sonstigem, doch wir bekamen äußerst selten eine Antwort.

Bei der neuen Gastfamilie habe ich mich gleich wohlgefühlt

Am Anfang des neuen Jahres sind Nelly und ich dann umgezogen. In dem anderen Haus in einer anderen Umgebung haben meine Gastschwester Nelly und ich uns das Zimmer und das Bett geteilt. Allgemein war das Haus sehr viel kleiner als vorher. An diese Umstände mussten wir uns natürlich erst gewöhnen, aber das haben wir in einem kurzen Zeitraum hinbekommen. Dadurch dass das Haus so lag, dass man die Stadt innerhalb eines fünfzehn- bis zwanzigminütigen Spazierganges erreichen konnte, hatten wir eine deutlich höhere Flexibilität. Das Fitnessstudio war zehn Minuten per Fuß entfernt.

Die Atmosphäre in dem neuen Haushalt war offener und herzlicher. Unsere Gastmutter Carmel hat uns mit offenen Armen aufgenommen und uns durchgehend in Gespräche verwickelt. Ich kann behaupten, dass wir in ihr und sie in uns Freunde gefunden hat. Unsere kleinere neue Gastschwester (11) hat unaufhörlich geredet, was auch ziemlich anstrengend war. Unser Gastbruder (13/14) hat sich nicht viel, aber wenn, dann spaßig mit uns unterhalten. Außerdem kamen die Kinder von Carmel und deren Kinder häufig zu Besuch vorbei. So hatten wir oft ein volles Haus mit großem Stimmengewirr.

Meine Reise zurück nach Deutschland

Mein Rückflugdatum habe ich dann mit meiner Gastschwester zusammengelegt, sodass niemand alleine gelassen wurde oder den anderen verlässt. Wir haben mit dem Kofferpacken etwa vier Tage vor Abflug angefangen und viel weggeschmissen. Unsere Gastmutter hat uns und unser Gepäck zur Bushaltestelle gebracht und dann sind wir von dort aus, nach einem tränenreichen Abschied, zum Dubliner Flughafen losgefahren. Dort angekommen haben wir uns drei eingecheckt, ein Freund von mir flog an demselben Tag, und etwas zu Essen gekauft. Nelly und ich sind durch die Sicherheitskontrolle gegangen und  nach einem herzlichen „Auf Wiedersehen!“ zu unseren unterschiedlichen Gates marschiert. Sie ist direkt nach Paris geflogen, während ich erst noch in Kopenhagen umsteigen musste.

Meine Ankunft in Deutschland: Schwarzbrot, viele Gespräche und Kulturschock

Auch bei dem zweiten Flug verlief alles gut und ich ließ mir bei der Gepäckannahme in Hamburg ein wenig Zeit, da ich sehr aufgeregt war, meine Familie wieder anzutreffen. Meine Eltern erwarteten mich sehnsüchtig mit meinem Bruder und Schildern mit meinem Namen und „Herzlich Willkommen!“. Sobald wir im Auto saßen, überreichte mir meine Mutter ein typisch deutsches Schwarzbrot mit Käse und Tomaten, welches ich in diesem Jahr sehr vermisst hatte. Meine Mutter hatte es mir zwar vorher schon mal geschickt, aber es hat in Deutschland einfach hundertmal besser geschmeckt.

Am Abend meiner Ankunft bin ich mit meiner Familie in ein Restaurant gegangen und wir haben uns einen netten Abend mit vielen schönen Gesprächen gemacht. Am Tag darauf haben wir mit meinen Großeltern im Garten gegrillt und nachmittags bis abends kamen immer wieder ein paar Freunde zu Besuch, welche meine Mutter zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen hatte. Am darauffolgenden Wochenende hat meine beste Freundin eine Überraschungsparty organisiert, die ich ein wenig durcheinander gebracht habe, da ich zu früh da war. Letztendlich hatten wir aber einen schönen Abend und es war gut, die ganzen Leute wiederzusehen.

Der Kulturschock beim Zurückkommen war größer und anstrengender als bei der Ankunft im Gastland. Mein Magen musste sich an das Essen gewöhnen, was circa zwei Wochen gedauert hat. In der ersten Woche bin ich noch nicht wieder zur Schule gegangen und so kam es, dass ich mich unglaublich leer und auf eine Art und Weise einsam gefühlt habe. Es war ein seltsames Gefühl; und es ist schwierig zu beschreiben. Zum Glück habe ich es hauptsächlich durch das Koffer-Auspacken, mit dem gleichzeitigen Skypen mit meiner „Nachbar-Schwester“, relativ überwunden.

Inzwischen bin ich zurück in meiner Schule

Seit der zweiten Woche gehe ich wieder ganz normal in meine Schule und mache den Unterricht bis zu den Sommerferien mit, ohne benotet zu werden. In der Schule habe ich mich relativ schnell wieder eingefunden und keine großartigen Veränderungen feststellen können, bis auf dass die anderen viele neue Sachen gelernt haben in der Zeit, wo ich weg war.

Durch das Auslandsjahr und dem Aufenthalt auf einer anderen Schule habe ich meine jetzige Schule erst richtig zu schätzen gelernt. Wir haben viele nette Lehrer, mit denen ich persönlich einfach gut klar komme und die guten Unterricht machen. Im Beech Hill College in Irland wurde uns Austauschschülern immer angedroht, in unser Heimatland zurückzufliegen, wenn wir nicht alles super perfekt und ordentlich machen oder die Röcke zu hoch krempeln, welches übrigens alle irischen Schüler maßlos übertrieben haben (bei denen wurde natürlich nichts gesagt oder angedroht wird…).

Andererseits habe ich das Gefallen an der überaus praktischen Schuluniform gefunden, denn mit dieser ist das Leben als Schüler viel einfacher. Es herrscht kein Konkurrenzkampf in Sachen Werte der Kleidung, die Schülerschaft bildet eine Einheit nach außen hin, das Gefühl des Miteinanders wird bestärkt und es müssen sich keine Gedanken über das Outfit am Morgen gemacht werden. Ich muss dazu bemerken, dass ich bei Abstimmungen nach der Einführung einer Schuluniform an meiner Schule, vor meinem Auslandsaufenthalt, stets und mit durchaus starkem und uneingeschränktem Ehrgeiz gegen diese Einführung gestimmt habe. Heute weiß ich, dass es viel praktischer ist, eine Uniform zu besitzen. Beide Seiten können starke Argumente anführen, jedoch kann ich nach dieser Erfahrung einer Schuluniform nicht widersprechen.

Von meiner Organisation habe ich vor Kurzem eine Nachricht erhalten, dass wir ein Nachbereitungstreffen machen werden. Außerdem wollen wir, als zukünftige Gastfamilie, versuchen diese Erfahrung auf eine bessere Art und Weise weiterzugeben und nehmen deshalb eine Italienerin für ein halbes Schuljahr in unserer Familie auf. Somit lernen wir auch die andere Hälfte der Medaille kennen.

Wie ich erfolgreich nach Stipendien gesucht habe

Meine Mutter hat mich von Anfang an für einen Auslandsaufenthalt animiert und deshalb auch akribisch nach möglichen Finanzierungsmöglichkeiten im Internet gesucht. So hat sie mir von vielen Stipendien erzählt und ich habe viele Bewerbungen losgeschickt, sobald ich die Anforderungen erfüllen konnte. Durch die Masse meiner Bewerbungen musste ich mir viele verschiedene Formulierungen ausdenken, um nicht immer das gleiche zu schreiben. Mein Ehrgeiz, ein Stipendium zu bekommen, war hoch, denn ich wollte es wenigstens versuchen, wenn ich schon die Chance ergreifen konnte.

Bei dieser Suche im Internet sind meine Mutter und ich auch auf das Taschengeldstipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung gekommen. Auch hier habe ich eine Bewerbung losgeschickt, um es wenigstens versucht zu haben. In der Bewerbung habe ich darauf geachtet, ehrlich zu sein. Natürlich kann man hier und dort die Aktivitäten noch ein wenig mehr ausschmücken, doch letztendlich darf man sich nicht irgendetwas ausdenken, um besser dazustehen. Das ist zum Einen unfair gegenüber anderen Bewerbern und zum Anderen kann es sich nicht gut anfühlen, sollte man das Stipendium auf dieser Basis erhalten. Für eine erfolgreiche Bewerbung mit einem Gewinn hilft eigentlich nur Glück, denn schließlich ist man niemals der Schlaue, der sich bewirbt, sondern befindet sich in einer Masse von ebenso gleichwertigen Konkurrenten. Letztendlich gönnt man es natürlich jedem, aber am liebsten erreicht man sein Ziel. Ein guter Tipp ist, dass man es auf jeden Fall öfters versuchen sollte und dadurch lernt mit Absagen umzugehen. Man darf nicht davon ausgehen, dass man weiterkommt, oder auf eine Antwort warten. Im besten Fall wird die Mühe dann durch die finale Zusage belohnt.

Was mir das Stipendium genutzt hat

Durch das Taschengeldstipendium wurde mir in jedem Monat meines Austausches ein bestimmter Geldbetrag überwiesen. Diesen Betrag habe ich für organisierte Ausflüge und eigene Trips ausgegeben.

Ich habe somit viele andere Ecken von Irland und Nordirland kennengelernt; meine Reisen brachten mich nach Dublin zum Shoppen, nach Galway zur Besichtigung der Cliffs of Moher, nach Kilkenny in die Wicklow Mountains und nach Dundalk ins Kino. Außerdem hat diese Unterstützung mir bei der Fahrt nach Drogheda in die großen Shoppingcenter, nach Belfast auf den Weihnachtsmarkt, nach Letterkenny zur Anprobe von diversen hübschen Kleidern und in den Norden zu der gewaltigen Sehenswürdigkeit Giants Causeway und der Rope Bridge große Hilfe geleistet. Es wurden selbstständig organisierte Trips nach Killarney in den Nationalpark, nach Bundoran zum Surfen und nach Dundalk zu Verwandten ermöglicht. Meine Reisen nach Kildare in das Outletcenter, nach Navan zum Pizza essen, nach Bangor zum Choral Festival von verschiedenen Schulen und nach Sligo zu einer Mündung des Sligo Bay wären ohne das Stipendium nicht möglich gewesen. Es ermöglichte mir, nach Castleblayney zum Bowling, nach Derry zu dem Colourrun und nach Armagh zu der Besorgung von Geschenken zu fahren.

Außerdem konnte ich somit meine Freizeitaktivitäten ausüben; das Erlernen von Irish Dancing, Surfen und Reiten. Das Fitnessstudio und die Schwimmhalle wären ohne dieses Taschengeld ebenfalls nicht möglich gewesen. Für die Schuluniform habe ich es ebenfalls verwendet.

Das Geld, welches ich bis jetzt behalten habe, werde ich für meine nächsten Reisen und Auslandsaufenthalte gut gebrauchen können.

Meine Finanzierung habe ich durch Arbeiten und Verdienen kleiner Geldbeträge verdient; so habe ich mein Taschengeld durch Babysitten, Nachhilfe und dem Zupfen von Unkraut aufgebessert. Wöchentlich habe ich den Dienst als Zusteller von Zeitungen, bei jedem Wetter, erledigt. Katzen und Hunde hüten und die Abgabe des Busausweises an die Gemeinde, um von dieser eine Belohnung für das tägliche Radfahren von acht Kilometern zu bekommen, zählten zu meinen Aufgaben. In der Gemeinde Bücherei habe ich durch die Beteiligung als Betreuerin beim FerienLeseClub, einer Aktion in den Sommerferien, ein bisschen dazu verdienen können.

Meine Eltern haben mir aber auch zu meiner Geburt ein Konto angelegt, welches ich für solche Zwecke benutzen sollte. Man muss aber wissen, dass ich, sobald das Auslandsjahr fest stand, einen gesteigerten Ehrgeiz und Geiz verbunden mit einer großen Menge an Sparsamkeit an den Tag gelegt habe.

Es ist eine große Ehre das Stipendium gewonnen zu haben! Ich bin sehr dankbar dafür und für die Möglichkeiten, die durch dieses überhaupt erst entstanden sind. Meine Freude am Reisen und die Begierde, so viele Orte, wie möglich zu besichtigen, konnte ich nur durch diese Unterstützung so ausführen. Die Deutsche Stiftung Völkerverständigung hat mir ermöglicht, die Begeisterung für das Surfen und Küsten zu erleben. Außerdem habe ich auf einem unserer Trips zum Surfclub nur so ein paar wilde Delphine entdecken können! Allgemein habe ich viele tolle Erlebnisse gemacht und das habe ich der Stiftung mit zu verdanken.

Die Berichte, welche wir, die Stipendiaten, bisher geschrieben haben, bieten uns eine wunderbare Möglichkeit, von unseren Erfahrungen zu berichten und zukünftigen ausreisenden Schülern zu helfen. Ich mag es, mich an die verschiedensten Momente aus meinem Auslandsjahr zu erinnern und diese mit anderen zu teilen. So lasse ich Erlebnisse in meinem Kopf nochmals passieren, um nicht zu vergessen, etwas zu erwähnen. 

Eure Alex

Über uns

Wir sind die Deutsche Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung ist gemeinnützig. Sitz der Stiftung ist in der Nähe von Hamburg. Wir arbeiten mit Partnern und Förderern in ganz Deutschland zusammen. Mit diesem Blog wollen wir dir Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks zum Thema Schüleraustausch und Auslandsaufenthalte nach der Schule vermitteln.

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