Schüleraustausch USA: Wie man Freunde findet und das Stipendium nutzt

Alea: Das Jahr ging viel schneller vorbei als gedacht

Erfahrungsbericht von Alea aus Nordrhein-Westfalen, die ihr Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium im Nordosten der USA verbracht hat. Teil 3 zum Ende ihres Schüleraustausches

Ich wurde in den USA immer wieder neu überrascht

Auf der einen Seite von Sachen die es in Amerika gibt, aber auch habe ich mich gefragt warum es bestimmte Sachen in Deutschland nicht gibt, weil sie einfach so simpel scheinen.

Beispielsweise gibt es in Amerika Plätzchen-Teig in einem Topf. Schon fertiger Plätzchenteig, den man einfach in kleinen Portionen in den Ofen schiebt und fertig. Einfacher geht’s ja wohl nicht, oder? Weitere Sachen, die so einfach sind und die es normalerweise nicht in Deutschland gibt, sind Erdnussbutter und Marmeladen Brote oder „Grilled Cheese“, was einfach gebratener Toast mit Käse ist.

Die Menschen in den USA sind irgendwie lockerer und offener. Wenn man in ein Geschäft geht wird man immer begrüßt und gefragt, wie es einem geht, was in Deutschland echt seltsam kommen würde.

In der Schule sind die Lehrer mehr unterstützend. Es gibt z.B. jede Stunde und nach der Schule einen Mathelehrer, der da ist, um Schülern zu helfen.

Freunde finden war im Endeffekt gar nicht so schwer, wie ich gedacht hatte

Am Anfang macht man sich immer Gedanken wie „Was wenn ich keine Freunde finde?“ Aber ich kann euch versichern, dass das kein Problem sein wird, wenn ihr darauf achtet nicht die ganze Zeit grimmig zu gucken und euch überwindet auf Leute zuzugehen.

Ich kann mich an nichts erinnern was mich negativ überrascht hat, aber ich glaube das lag daran, dass ich auch keine Erwartungen für dieses Jahr hatte, was ganz wichtig ist. Ich werde alle meine Erfahrungen mitnehmen und auch die Sachen, wie oben erwähnt versuchen nach Deutschland zu bringen.

Das Einzige, was als negative Erinnerung bleiben wird, ist dass der Hund meiner Gastfamilie vor ca. drei Monaten gestorben ist. Das war sehr traurig für uns alle, denn er war ein großer Teil des Familienlebens. Ich habe mich in dieser Zeit mit Freunden getroffen und versucht mich abzulenken und es hat im Endeffekt ganz gut funktioniert.

Mein Austauschjahr in Phasen: Tipps für Euch

Am Ende meines Auslandsjahres war es sehr gut, dass ich mit anderen Austauschschülern an meiner Schule befreundet war. Ich kann meine Gedanken und Gefühle mit ihnen austauschen und sie können es halt besser nachvollziehen als die amerikanischen Schüler, Gasteltern, Gastgeschwistern oder sogar besser als der Local Rep. Ich teile das Jahr mal in drei Phasen auf, um Tipps für die einzelnen Phasen zu geben.

1.Phase Der Anfang, die ersten 1-2 Monate

Es ist wichtig, dass man immer offen bleibt und nicht negativ denkt. Denkt nicht, dass ihr keine Freunde finden werdet, denn ich verspreche euch, dass wenn ihr euch bemüht gesprächig zu sein, werdet ihr auch ganz schnell Freunde finden. Es hilft außerdem, wenn man sich in Clubs oder einem Sport einbringt. Ich habe am Anfang des Schuljahres z.B. Musical gemacht, und dadurch habe ich auch einige meiner guten Freundschaften geschlossen.

 Phase 2- die nächsten Monate

Es ist wichtig, dass ihr daran denkt, dass ihr nicht unendlich viel Zeit habt. Alles wird viel schneller vorbei gehen, als ihr denkt, also nutzt die Zeit sinnvoll.

Ihr solltet euch auch während des Jahres auf jeden Fall in Schulaktivitäten einbringen, denn dadurch hat man was zu tun und man findet auch seine engsten Freunde normalerweise durch Schulaktivitäten, denn da verbringt man die meiste Zeit mit. Ich habe z.B. das ganze Jahr über im Improvisations-Club mitgewirkt und im Herbst und Frühling Leichtathletik in der Schule gemacht. Das hat mir echt geholfen gute Freunde zu finden und, dass ich nicht immer nur zu Hause gesessen habe und nichts gemacht habe.

Ich habe immer versucht, keinen Tag gar nichts zu machen, denn wenn das vorkommt, habe ich mich immer nur gefühlt, als ob ich den Tag nicht genutzt habe. Wenn es mal schlechte Zeiten gibt, denkt immer daran, dass es wieder besser wird und versucht was zu unternehmen, um euch abzulenken.

Phase 3- Die letzten Monate/Wochen

Auch hier ist es sehr wichtig, dass ihr die Tage nutzt. Besonders wenn die Schule vorbei ist, und ihr noch etwas Zeit in eurem Auslandsjahr habt, versucht euch mit Leuten zu treffen und Sachen zu unternehmen, es muss nicht mal etwas besonderes sein.

Die Rückkehr nach Deutschland ist eine Herausforderung

Es ist sehr schwer, sich darauf vorzubereiten zurück nach Deutschland zu gehen, und es wird hart sein. Es ist schwierig zu beschreiben, wie ich mich fühle und noch schwieriger nachzuvollziehen, aber ich hoffe, dass ich das schaffen werde. Ich denke, dass ich die ersten Wochen Heimweh nach Amerika haben werde, aber ich hoffe, dass ich das Überwinden kann.

Die Leistungen meiner Austauschorganisation

Zu meiner Austauschorganisation kann ich nichts Negatives sagen. Ich habe nicht viel Unterstützung von meinem Local Rep gebraucht, aber ich weiß, dass ich immer zu ihm gehen konnte, wenn ich etwas brauchte. Meine Organisation in Deutschland hat mir manchmal eine E-Mail geschickt, aber sonst habe ich nicht viel direkten Kontakt zu ihnen gehabt, weil ich es nicht gebraucht habe. Ich habe manchmal eine monatliche Reportkarte über die Internetseite eingeschickt, was ich eine ganz gute Idee fand.

Mein Stipendium von der Deutschen Stiftung Völkerverständigung

Bei der Bewerbung habe ich mir erst gedacht, warum ich die ganze Arbeit mache, denn ich werde es ja sowieso nicht bekommen. Im Endeffekt hat sich die Arbeit aber wirklich gelohnt, denn - wie man sehen kann - habe ich es erhalten und es hat mir wirklich sehr geholfen.

Ich musste mir einfach nicht so viele Gedanken um's Geld machen, wenn ich etwas unternehmen wollte, wusste ich, dass ich das mir zur Verfügung gestellte Geld nutzen kann, ohne das Geld von meinen Eltern zu benutzen.

Eure Alea

Wer mehr wissen will: Demnächst werde ich persönlich auf einer Auf in die Welt-Messe für Schüleraustausch über meine Erfahrungen berichten. Die Orte und Termine findet Ihr hier: http://www.aufindiewelt.de/messen

Über uns

Wir sind die Deutsche Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung ist gemeinnützig. Sitz der Stiftung ist Ahrensburg in der Nähe von Hamburg. Für die Aktivitäten arbeitet die Stiftung mit Partnern und Förderern in ganz Deutschland zusammen. Mit diesem Blog wollen wir dir Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks zum Thema Schüleraustausch vermitteln.

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