Alea ist im Schüleraustausch im Nordosten der USA und lebt in der Familie von Bekannten

Seit ich gehört habe, dass es etwas wie ein Austauschjahr gibt, wusste ich, dass ich so etwas unbedingt machen wollte

Alea mit ihrer Stipendien-Urkunde

Erfahrungsbericht von Alea aus Nordrhein-Westfalen, die ihr Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium in den USA verbringt

Meine Motivation ins Ausland zu gehen

Ich habe das erste Mal in der Schule von einer Informationsmesse gehört, welche in verschiedenen Städten statt findet und viele verschiedene Organisationen vorstellt. Ich sah eine riesige Chance in einem Auslandsjahr, um Erfahrungen zu sammeln, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, eine neue Kultur kennen zu lernen, Kontakte in einem anderen Land zu knüpfen und einfach etwas gemacht zu haben, wovon man sein ganzes Leben lang erzählen wird.

Warum ich die USA gewählt habe

Die Wahl des Landes fiel mir zuerst nicht leicht. Ich schwankte von Neuseeland zu Kanada und von Kanada zu Indonesien und dann zu Australien und Norwegen oder Mexiko. Ich wusste nicht, ob ich lieber mein Englisch verbessern wollte oder lieber eine neue Sprache lernen will. Alle Länder sind so interessant und da ist es schon schwer eine Entscheidung zu treffen. Eigentlich wollte ich nicht unbedingt ein Jahr in den USA verbringen, denn es schien mir als würden so viele die USA für ihr Auslandsjahr wählen und ich wollte auch den anderen interessanten Ländern Aufmerksamkeit widmen.

Als ich mit meiner Oma ihre alte Schulfreundin, die ausgewandert war, im Staat New York im Herbst 2015 für drei Wochen besuchen war, gefiel es mir sehr gut. Alles war ziemlich spannend und neu, aber ich wollte gerne ein anderes Land kennen lernen. Ich habe auch viel mit den Enkelkindern unternommen und plötzlich fingen sie an zu reden wie: „Ich freue mich schon wenn du für länger kommst, dann kann ich dir allen meinen Freunden vorstellen.“ oder „Hast du Alea denn schon ihr Zimmer gezeigt?“ Ich war etwas verwirrt, aber dann wurde mir klar, dass sie mir wohl angeboten haben, dass ich für länger mal mit ihnen lebe.

Da habe ich natürlich nicht nein gesagt, denn ich habe mich gut mit den Söhnen verstanden und deren Eltern waren auch sehr nett und außerdem mochte ich alles in der Umgebung sehr gerne. Ich ging auch einen Tag mit Aaron und Casey (den Enkelkindern der Freundin meiner Oma und meine jetzigen Gastbrüder) zur Schule und alles war sehr spannend und neu. So hat es sich dann ergeben, dass ich mich für die USA entschieden habe und ich habe es keinen einzigen Tag bereut.

Die Wahl meiner Austauschorganisation war ein Hindernisrennen

Zuerst wollten wir versuchen es ohne Organisation zu machen, weil ich ja schon meine Familie hatte. Es schien alles zu klappen, wir hatten schon die Unterlagen für die Schule, womit wir die Angaben fürs Visum ausfüllen könnten. Als wir dabei waren die Sachen fürs Visum auszufüllen und bei der SEVIS Nummer ankamen,  suchten wir auf den Unterlagen der Schule diese Nummer, konnten sie allerdings nicht finden. Am Ende hat sich dann herausgestellt, dass die Schule keine SEVIS Nummer herausgeben kann. Die Schule hätte diese Nummer beantragen müssen, aber dies hätte zu lange gedauert. Also stand dann fest, dass ich doch noch eine Organisation finden müsste. Als es feststand, dass ich mit einer Organisation gehen müsste, war es schon Januar, also hatte ich nicht mehr viel Zeit eine passende Organisation zu finden.

Wir haben zuerst bei ein paar Organisationen erkundet, die ich von der Messe kannte, oder von einem Vortrag in meiner Schule, ob diese Organisationen Self-Placements anbieten. Ein Self-Placement ist ein Auslandsjahr wo man schon eine Familie hat.

Wir hatten eine Organisation gefunden, die dies anbietet und bei der sich auch alles andere sich gut anhörte. Ich habe mich beworben und dann bin ich zu dem Bewerbungsgespräch gefahren. Es lief alles ziemlich gut, doch als wir, nachdem wir die Bestätigung erhalten hatten, dass ich angenommen wurde, mehrmals angerufen haben, wurde uns nie geantwortet. Deshalb mussten wir uns dann gegen diese Organisation entscheiden.

Eine meiner Freunde, die auch im Moment in den USA ist, hat mir dann meine jetzige Organisation empfohlen und ich habe mich erkundet und beworben. Das Bewerbungsgespräch hat mich auch besser gefallen, denn es war einfach irgendwie entspannter. Es werden ein paar Fragen gestellt und Sachen geklärt, und dann gab es noch ein Interview auf Englisch, wo nach Sachen wie meiner Motivation für ein Auslandsjahr und andere Sachen wie Krankheiten, Interessen usw. gefragt wurden. Ich wurde angenommen und musste dann sehr viele Sachen online ausfüllen. Das musste auch relativ schnell gehen, denn es war schon Ostern und die Unterlagen mussten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eingereicht werden.

Die Finanzierung meines Auslandsjahres

Der größte Teil meines Auslandsjahres wird von meinen Eltern finanziert; meine Großeltern haben auch einen Teil dazu gegeben und auch ich selber wollte einen kleinen Teil dazu beitragen. Außerdem habe ich mich für das Taschengeldstipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung beworben, für das ich sehr dankbar bin und welches sehr hilfreich ist.

Die Vorbereitung der Reise der Reise in die USA

Ich musste noch viele Impfungen bekommen und bin nochmal zum Zahnarzt gegangen usw. Ich habe mir viele Gedanken über Gastgeschenke gemacht und überlegt, was ich auf jeden Fall mitnehmen muss. Meine Freunde und meine Familie haben eine Überraschungsparty gemacht, welche auch gelungen ist. Ich habe alle, meine Familie und meine Freunde, nochmal gesehen, was mich sehr gefreut hat. Am Dienstag bin ich geflogen und am Wochenende davor habe ich auch endlich angefangen zu packen.

Es war schwer, darüber nachzudenken, dass ich alle für so lange nicht mehr sehen würde, und es war ziemlich traurig; allerdings komme ich ja wieder und mit dem Gedanken war es etwas mehr okay für mich.

Meine Eltern, mein Opa und drei meiner Freunde haben mich zum Flughafen gebracht. Es war sehr schwer mich zu verabschieden aber ich bin dann durch die Sicherheitskontrollen gegangen. Es war einfach so, dass man so ins Ungewisse getreten ist, weil man nicht genau weiß, was einen erwarten würde und es wurde einem bewusst, dass man sie für eine lange Zeit nicht mehr sehen würde, aber ich habe mich sehr auf die Zeit gefreut, die kommen würde.

Meine ersten Monate in den USA

Ich habe die ersten vier Tage mit meiner Organisation in New York City verbracht, und es war sehr aufregend. Ich habe viele Eindrücke bekommen. Ich hatte etwas Angst, weiter zu meiner Gastfamilie zu fliegen, obwohl ich sie ja schon kannte, aber diese Angst war völlig umsonst.

Ich hatte noch ca. zwei Wochen bevor die Schule anfing und wir sind z.B. zum Haus am See der Großeltern gefahren und haben andere kleine Sachen unternommen und einfach die letzten Ferientage genossen.

Meine Gastfamilie hat einen Hund und ich habe zwei Gastbrüder in meinem Alter und das hat mir auch geholfen Freunde zu finden. Eine Freundin von meinem Gastbruder hat mich in den Ferien zu einem Lagerfeuer eingeladen und da habe ich dann auch die ersten Leute kennengelernt, was mir etwas mehr Sicherheit für den ersten Schultag gegeben hat.

Schule gefällt mir hier besser als in Deutschland, denn wenn man an Schule denkt, denkt man nicht nur an den doofen Teil der Schule mit Hausaufgaben usw., sondern auch an die Sachen nachmittags, die extracurriculars. Ich bin im Musical und im Comedy Club und es ist ziemlich cool, so etwas zu machen. Ich bin auch zu sehr vielen Volleyballspielen meines Gastbruders gegangen und wir hatten natürlich auch Footballspiele im Herbst. Seit einer Woche hat Indoor Track angefangen, worauf ich auch ziemlich gespannt bin.

Schule ansich ist, wie ich es auch von anderen gehört habe, in den USA ja nicht so schwer, allerdings finde ich, da meine Schule wohl eine sehr gute Schule ist, das nicht alles sehr leicht ist. Manches ist leichter als in Deutschland, allerdings nicht alles. 

Bis bald

Eure Alea

Über uns

Wir sind die Deutsche Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung ist gemeinnützig. Sitz der Stiftung ist Ahrensburg in der Nähe von Hamburg. Für die Aktivitäten arbeitet die Stiftung mit Partnern und Förderern in ganz Deutschland zusammen. Mit diesem Blog wollen wir dir Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks zum Thema Schüleraustausch vermitteln.

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